Stress im Job? Wann ein Jobwechsel sinnvoll ist und wann nicht!

Stress im Job? Wann ein Jobwechsel sinnvoll ist und wann nicht!

Hast du schonmal deinen Job gewechselt? Wie ging es dir danach im neuen Job? Tatsächlich erzählen mir immer wieder Leute, die ihren Job wechseln und ganz glücklich in ihrem neuen Job sind. …Zumindest für eine Weile! Dann haben sie oft wieder das gleiche Problem wie vorher: zuviel Stress im Job!

Vor einem Jobwechsel, sollt man sich darüber bewusst sein, was genau dir dieser bringen wird. In diesem Artikel möchte ich dir aufzeigen, dass ein Jobwechsel nicht unbedingt immer sinnvoll ist, wenn du Stress im Job hast. Ich werde dir Gründe aufzeigen, wann ein Jobwechsel sinnvoll ist und wann nicht. Damit kannst du deine Entscheidung gezielt angehen, ob ein Jobwechsel aufgrund von Stress im Job wirklich die einzige Option für dich ist.

Generell gilt es, dir vor deiner Entscheidung eines möglichen Jobwechsels dir folgende Fragen zu stellen:

  1. Ist dein Stress im Job ein Dauerzustand, oder ist ein Ende absehbar (z.B. bei einem bestimmten Projekt)?
  2. Hast du schon alles getan, um die Situation ändern zu können (z.B. Gespräche mit den Vorgesetzten geführt oder an der eigenen Einstellung gearbeitet)?
  3. Welche negativen Auswirkungen könnte ein Jobwechsel auf dich haben, die wiederum Dauerstress verursachen könnten (z.B. finanzielle Auswirkungen, längerer Fahrtweg…)?
  4. Gibt es einen bestimmten Stressfaktor oder stressen dich viele Dinge, so dass du generell gefrustet bist von deinem Job?

Nachstehend also einige der häufigsten Szenarien für Stress im Job und ob eine Kündigung der richtige Weg ist.

#1: Stress im Job durch zu viel Arbeit

Ein klassischer Fall von Überforderung. Solch eine Situation kann auf Dauer natürlich zu einem hohen Stresslevel führen und krank machen.

Stress durch zu hohes Arbeitsaufkommen
Photo by Wesley Tingey on Unsplash

Das kannst du tun:

  • Priorisiere deine Aufgaben richtig!Hierzu gibt es eine Vielzahl an Methoden, die sehr effektiv sind. Es kann nicht sein, dass alle deine Aufgaben gleich wichtig sind. Nutze die für dich passende Priorisierungs-Methode und stelle fest, ob deine Arbeitsmenge weniger geworden ist.
  • Lerne nein zu sagen! Vielleicht gehört du auch zu den Mitarbeitern, die es immer allen Recht machen möchten. Man möchte ja schließlich nicht als inkompetent gesehen werden, wenn man eine Aufgabe ablehnt. Ein „nein“ kann durchaus auch freundlich und gut begründet formuliert werden, z.B.: „Ich würde gerne helfen, aber das gehört nicht zu meinem Aufgabenbereich. Ich denke der Kollege xy kann Ihnen weiterhelfen.“
  • Lerne Aufgaben abzugeben!Damit meine ich nicht unbedingt das klassische delegieren (obwohl das auch dazu gehören kann). Es geht eher um Unterstützung. Kann eine Person aus dem Team eventuell Teilaufgaben übernehmen?
  • Schraube deinen Perfektionismus herunter!Prüfe, ob du dich zu lange und zu viel mit Kleinigkeiten beschäftigst, um perfekt abzuliefern. Dein Perfektionismus bringt dich nicht weiter, manchmal reichen auch 100% und nicht immer 120%.

Jobwechsel ja oder nein?

Meine Empfehlung für dich ist, dich unbedingt mit Selbstmanagement-Methoden auseinander zu setzen um deinen Stress in den Griff zu bekommen. Ein Jobwechsel ist hierbei nicht nötig.

#2 Ständiger Zeitdruck

Bist du gestresst im Job, weil deine Aufgaben einen ständigen Zeitdruck haben?

Das kannst du tun:

  • Lege deinen Perfektionismus ab!Wie schon bei Szenario #1 erwähnt steht dir dein Perfektionismus selbst im Weg. Wenn deine Ansprüche zu hoch sind, wirst du dich in Details verrennen und noch mehr unter Druck gesetzt werden.
  • Priorisiere deine Aufgaben richtig!Prioritäten richtig zu setzen ist auch hier das A und O.
  • Nimm dir kurze Auszeiten!Das mag auf den ersten Block kontraproduktiv wirken. Es reicht schon, einmal kurz durchzulüften, aufzustehen oder einen Kaffee zu holen. Auch kleine Pausen senken dein Stresslevel etwas ab und helfen, danach schneller und konzentrierter weiterarbeiten zu können!

Jobwechsel ja oder nein?

Arbeitest du in einem Job, in dem der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle spielt (z.B. medizinischer Bereich, Akkordarbeit…)? Wenn du hier mit dem Zeitdruck nicht klarkommst und sich dieser nicht ändern lässt, solltest du auf jeden Fall einen Jobwechsel in Betracht ziehen, um nicht in ein Burnout-Syndrom zu fallen.

In den meisten Fällen lässt sich der Zeitdruck durch die o.g. Selbstmanagement-Methoden jedoch in den Griff bekommen und erfordert nicht unbedingt einen Jobwechsel.

#3 Schlechtes Arbeitsklima

Ein schlechtes Klima am Arbeitsplatz wirkt sich nicht nur auf dein Stresslevel aus, sondern auch auf deine Motivation. Gründe für schlechtes Betriebsklima können u.a. falsche Kommunikation, zu wenig Transparenz oder einzelne Unruhestifter sein.

Das kannst du tun:

  • Beteilige dich nicht an dem Verbreiten von Gerüchten oder an Lästereien über andere! Das wird dem Betriebsklima noch mehr Schaden zufügen.
  • Gib konstruktives Feedback! Führe ein Gespräch mit Vorgesetzen oder Kollegen um auzuzeigen, was deiner Meinung nach nicht so gut läuft. Und gib dabei auf jeden Fall auch Verbesserungsvorschläge.
  • Halte keine Informationen zurück! Eine klare und offene Kommunikation lässt Missverständnisse garnicht erst entstehen und sorgt für ein besseres Klima im Betrieb.

Jobwechsel ja oder nein?

Wenn Gespräche und deine Versuche, das Betriebsklima zu ändern nicht angenommen werden, solltest du einen Jobwechsel definitv in Erwägung ziehen. Dein Wohlbefinden und deine Gesundheit stehen hier an erster Stelle!

#4 Fehlende Anerkennung

Wertschätzung oder Anerkennung sind ein menschliches Grundbedürfnis. Wenn andere auf dich hinab schauen, oder deine Arbeit nicht wertschätzen, wird das zu Stress und Demotivation bei dir führen.

Ein Anzeichen, dass dein Job dich fertig macht ist das Gefühl von fehlender Anerkennung

Das kannst du tun:

  • Versuche dich zu positionieren! Du musst nicht prahlen, um deine Erfolge aufzeigen zu können. Bitte um ein Feedback-Gespräch mit deinem Vorgesetzen und frage nach der Einschätzung deiner Leistung. Hier kannst du auch gut Erfolge aufzeigen, die das Unternehmen weiter gebracht haben. Oft sind die Vorgesetzten sehr zufrieden, aber loben einfach zu wenig. Solch ein Gespräch kann helfen, besser einschätzen zu können, ob tatsächlich keine Wertschätzung vorhanden ist.
  • Verteile selbst auch mal ein Lob! Wer selbst keine Wertschätzung gegenüber anderen gibt, bekommt oft auch keine zurück. Zeige deinem Chef und deinen Kollegen, was du daran schätzt, mit Ihnen zusammen zu arbeiten.

Jobwechsel ja oder nein:

Anerkennung ist ein menschliches Grundbedürfnis, das bei Mangel zu erheblichem Stress führen kann. Wenn deine Bemühungen nicht fruchten, solltest du deinen Job auf jeden Fall wechseln!

Ein Jobwechsel ist also nicht immer unbedingt sinnvoll. Du solltest nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, sondern erst einmal andere Wege versuchen um den Stress im Job in den Griff zu bekommen. Umstände, wie zu viel Arbeit oder Zeitdruck kannst du gut mit Selbstmanagement-Methoden in den Griff bekommen.

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